Eigenschaft+Wesen

Ein harter Anpacker ... Der Schafpudel ist ein schapu3bodenständiger Hütehund, der heute noch vorwiegend als Herdengebrauchshund eingesetzt wird. Nach den Aussagen und Erzählungen von Schäfern ist er ein recht “harter Anpacker” und bei kleineren Herden teilweise unterfordert. Er wird von den Schäfern als arbeitsfreudiger Hitzkopf beschrieben, dem nichts zuviel wird. Er ist ein intelligenter, temperamentvoller, aktiver, ausdauernder und lernwilliger Hund ohne große Nervosität.

Und in Privathand? ... Wird er in Privathand gehalten, braucht er unbedingt engen Kontakt zu seinem “Menschenrudel”. In der Begegnung mit fremden Menschen ist er zurückhaltend und scheu. Er fasst erst nach einiger Zeit Vertrauen. Diese Zurückhaltung sollte man tolerieren. Manch einer hat ein ausgeprägtes Territorialverhalten, gut sozialisiert reagiert der Schafpudel in der Regel jedoch nicht aggressiv - weder auf Menschen noch auf andere Hunde. Auf ungewohnte Geräusche oder Klingeln wird er mit Bellen reagieren, dann aber die Gäste freundlich begrüßen oder auch mit schapu02Nichtachtung “bestrafen”.

Von Natur aus sind dem Schafpudel Phasen mit hoher und niedriger Aktivität vertraut. Hat der Pudel seine regelmäßigen Aktivitätsphasen (mit viel körperlicher und geistiger Anstrengung), so verhält er sich Zuhause ruhig beobachtend.

Wichtig: Schafpudel brauchen Ruhephasen, in denen sie zeitweilig mal keine Beachtung finden, um abschalten zu können. Hat man den richtigen “Draht” zu ihm gefunden, lernt der Schafpudel sehr schnell, was von ihm erwartet wird. Auch bei sehr konsequenter (nicht harter!!) Führung testet er allerdings immer wieder seine Grenzen auf ‘ s Neue.

 

Nicht alles glauben, was über Schafpudel behauptet wird !

Manche Züchter von Schafpudeln meinen, durch eine entsprechende Welpenprägung aus dem “harten Anpacker” einen “weichen Familienhund” machen zu können. Sollte es gelingen, woran man Zweifel hegen darf, dann sähen solche Hunde nur noch aus wie Schafpudel - sie wären jedoch von ihrem Wesen her keine Schafpudel mehr.

Dann sei “der Schafpudel sehr dazu geeignet, für besondere Aufgaben erzogen zu werden, z.B. als Behindertenbegleithund, als Besuchshund in Altersheimen, als Therapiehund in tiergestützter Therapie.

Stimmt nicht. Alle Hütehunde, jedoch speziell altdeutsche Hütehunde, sind hierzu nicht besonders geeignet. Denn der Schafpudel ist in der regel Fremden gegenüber zurückhaltend und fasst erst nach einiger Zeit Vertrauen.

Auch liest man: “Ihn zeichnet ein ausgeglichenes, gutartiges und kinderliebes Wesen aus. Er macht alles mit und ist am liebsten überall dabei. Streunen und wildern sind ihm eher fremd, seine Familie ist sein Herdenersatz, die es gilt, im Auge zu behalten. Sturheit ist ihm fremd. Er ist sehr willig und setzt alles daran, seinem Herrchen oder Frauchen zu gefallen.”
Wer hat nicht schon seinem Schafpudel nachgeschaut, wie er mal kurz im Wald verschwunden ist. Hüten ist eine abgewandelte Form der Jagd. Daran ändert leider auch eine optimale Welpenprägung nichts. Und leider gehört auch eine gewisse Sturheit (Arbeitsfreudiger Hitzkopf) zum Grundwesen des Schafpudels.

“Seine große Gabe der Anpassung macht den Schafpudel zum idealen Familienhund, der Kindern ein gleichsam liebenswerter wie auch toleranter Freund ist, kleinere Haustiere als sehr interessant einstuft und ausgesprochen soziale Verträglichkeit mit anderen Hunden zeigt. Dabei ist er jedoch kein nervöser Kläffer.
Ein Schafpudel ist kein Familienhund. Familienhund meint gutmütig, ausgeglichen, willig, tolerant, kaum aus der Ruhe zu bringen. All dies ist der Schafpudel nicht. Und Kinder ist er sehr wohl ein toleranter Freund, wenn sie ihm nachsehen, dass er sie in die Waden zwickt, hütet, und ....
Auch kleinere Haustiere stuft er natürlich als interessant ein und denkt: Wir könnten ja mal miteinander “spielen”..... Eine kleinere Hetzjagd ist dann sicher drin.

Und was die Verträglichkeit mit anderen Hunden angeht, ob die so “ausgesprochen” ist, da bleiben dem Fachmann einige Zweifel. Schafpudel sind keine nervösen Kläffer aber ab und zu mal kräftig Bellen, sich mal so richtig aufregen, das muss schon sein. Sonst macht das Schafpudel-Leben doch keinen Spass.

Leider hilft es dem Erhalt des Schafpudels nicht weiter, wenn versucht wird, seine “Familientauglichkeit” unter allen Umständen beweisen zu müssen. Der Schafpudel ist ein “komplizierter” Hund, dafür ist es umso spannender und interessanter mit ihm zusammenleben zu dürfen.

Ein Zitat der Arbeitsgemeinschaft für altdeutsche Hütehunde mag das Beschriebene nochmals unterstreichen: Altdeutsche, die nicht gelernt haben, sich unterzuordnen, die nicht frühzeitig den korrekten Grundgehorsam beherrschen und/oder dauerhaft unausgelastet ihr Leben fristen, neigen sehr schnell zu unerwünschtem und ausgesprochen lästigem Fehlverhalten wie zum Beispiel zu ständigem Bellen, Zerstörungswut und ausgeprägter Aggressivität gegenüber Hunden und Menschen (auch dem Familienrudel).
Ein Hund, der darauf gezüchtet wurde, sich dem Leithammel einer Schafherde zu stellen und auch dann noch mutig ans Vieh zu gehen, wenn die Kuh einen Tritt platzieren konnte, ist nur mit viel Intelligenz und Konsequenz davon abzuhalten, auch in unserer engen “zivilisierten” Welt seinen Kopf durchzusetzen.