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Der Schafpudel: Stark gefährdet!... Bis auf wenige Restbestände in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, sowie einigen versprengten Exemplaren hat der Schafpudel seinen Herdendienst zu Gunsten anderer Schläge und Rassen aufgegeben.
Wieviele Schafpudel es derzeit noch gibt, ist nicht bekannt. Es dürften um die 200 Exemplare sein. Bei der AAH waren bis 1998 nur 8 Einzel-Pudel und 24 Welpen registriert. Von der Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) wird der Schafpudel auf der roten Liste, der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen geführt (Kategorie II: stark gefährdet).
Da der Schafpudel bei kleineren Herden teilweise unterfordert ist, ist seine Verwendbarkeit eingeschränkt. Als ideal dürften Herden mit großer Kopfzahl im freien Gehüt gelten.
Eine kleine Renaissance... Seit einigen Jahren erlebt der Schafpudel aufgrund des Engagements einiger Enthusiasten - Schäfern und Privatpersonen - eine kleine Renaissance.
Dabei wird versucht, neben dem Erhalt der Hüteeigenschaften, auch den Rassetyp zu konsolidieren. Leider wird es kaum möglich sein, den Schafpudel ausschließlich als Herdengebrauchshund, also an der Herde, zu erhalten. Die heutigen Gegebenheiten in der Schafhaltung sprechen da eine andere Sprache.
Im Rahmen des Arbeitskreises Schafpudel trafen sich 2003 in Celle alle Beteiligten zu einem einvernehmlichen Gespräch, um Möglichkeiten zur Erhaltung des Schafpudels auszuloten. Leider blieb der Versuch in Ansätzen stecken.
Standards für die Zucht... Und so muß der Schafpudel, soll er erhalten werden, seinen Weg machen zum Hund für den sportliche und aktive Hundekenner, der bereit ist, sich und seinen Hund zu fordern.
Allerdings wird die Zukunft des Schafpudels von vielen Kennern eher düster eingeschätzt, da es an zuchtlenkenden Maßnahmen fehlt. So kommt es zu Inzuchtverpaarungen, Kreuzungen mit anderen Schlägen oder Rassen.
Dadurch gehen die Eigenheiten, Anlagen und Merkmale des Schafpudels verloren. Eine Erhaltung des Schafpudels in seiner ursprünglichen Form geht nur über den Erhalt der Gene. Es ist daher unumgänglich “reine” Schafpudel zu züchten, da eine Vermischung der Gene nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Zudem werden gesundheitliche Kontrollen kaum vorgenommen, so dass auch nicht zuchtfähige Hunde in der Zucht eingesetzt werden.
Eine längerfristige Erhaltung des Schafpudels erscheint nur möglich, wenn sich der AK Schafpudel auf Mindeststandards zur Zucht verständigt und deren Einhaltung auch kontrolliert.
Für Hobbyzüchter sollte gelten: Lassen Sie Ihre Hunde von den Mitgliedern der AAH “begutachten” bevor Sie züchten. Halten Sie die Zuchtregeln der AAH ein!
Die Gegenwart 2007.... In den zurückliegenden Jahren werden vermehrt Schafpudel aus privater Hobbyzucht angeboten. Diese Tiere waren in der Regel nicht bei der AAH registiert und hatten keine Hüteprüfung. Es gibt nur noch sehr wenige Schafpudel. Der Genpool ist relativ klein. Wird dieser Genpool durch unkontrollierte Hobbyzucht noch weiter ausgedünnt, ist bald kein Erhalt der Schafpudel mehr möglich. So können wir die Schafpudel nicht erhalten. Zudem werden die Ängste und Befürchtungen der Schäfer berechtigterweise zunehmen.
Der Schafpudel wurde in Anzeigen mit den Attributen “für aktive Familien”, “mit großem Garten”, “Kinderfreundlich” beworben. Dabei wurde vergessen Schafpudel sind “Arbeitshunde”!!!! Auch eine noch so gute Prägung macht aus Arbeitshunden keine reinen Familienhunde. Sehr viele Privatleute kommen mit diesen agilen, intelligenten Hunden (ähnlich wie bei den Border Collies) nicht zurecht. Schafpudel sind zeit- und arbeitsintensiv, erfordern eine konsequente Erziehung und den “ganzen” Rudelchef. Nur mal so nebenbei lässt sich kein Schafpudel halten. Kritische Schafpudelzüchter wissen dies längst. Viele Schafpudel werden sonst mit Stromgeräten, Stachelhalsbändern und anderen sogenannten Erziehungshilfen traktiert.
Weitere Problem, die sich derzeit stellen, sind
- die Einkreuzung anderer Hunderassen, so werden derzeit Schafpudel angeboten, die eigentlich Schafpudel-Briard-Mixe sind. Diese Einkreuzungen sind aus mehreren Gründen höchst problematisch.
- einige Inzuchtlinien mit gesundheitlichen Problemen.
Das knuffige Aussehen zieht aber auch Menschen an, für die ein Schafpudel der falscheste aller Hunde ist. Zu einer Züchterin kam jüngst eine Frau mit Videokamera bewaffnet und hat den Pudel (für ihren Hundetrainer dem sie den Film erst mal vorführen musste, bevor sie sich entscheidet) in verschiedenen Situationen gefilmt (Leinenführigkeit, Straßenverkehr).
Da kann es nur eins geben: Zurück zur Vernunft mit Gesundheitsprüfung für die Elterntiere, Wesenstest, Hüteprüfung, Vorstellung bei einer Pfostenschau und Registrierung bei der AAH. Und Abgabe von Welpen nur an Menschen, die sich mit dem Wesen des Schafpudels beschäftigt haben und ihm eine lebenswerte Haltung und Umgebung bieten können.
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